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Fachtagung „Integrative Tanztherapie“

13. Okt 2012 Deutsche Sporthochschule Köln

Liebe Mitglieder der DGT und an der Tanztherapie Interessierte,

wir laden Euch / Sie herzlich zu unserer Fachtagung am Samstag, den 13. Oktober 2012 in der Sporthochschule in Köln ein.

Wir freuen uns, ein vielfältiges Workshop-Programm zum Thema Tanztherapie mit ReferentInnen aus den verschiedensten Arbeitsbereichen anbieten zu können. Neben diesen inhaltlichen Anregungen hoffen wir, dass sich viele interessante Begegnungen und Gespräche ergeben.

Bitte meldet euch / melden Sie sich bei Interesse baldmöglichst an, da die Plätze in den Workshops begrenzt sind.

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Programm

Samstag, 13.10.2012

10.00 - 10.30 Uhr Begrüßung
Heike Wippich, 1. Vorsitzende der DGT

11.00 - 13.30 Uhr Workshops 1 – 5
WS 1 – Ingrun Kiel
Tanztherapie mit depressiven Menschen in Psychosomatik und Psychiatrie: Abhängigkeit versus Autonomie in der Gestaltung von Beziehungen
WS 2 – Ute Oessenich-Lücke
Integrative Tanztherapie mit Kindern und Jugendlichen
WS 3 – Irina Ocaña
Tanztherapie mit Menschen mit einer geistigen Behinderung
WS 4 – Sabine von der Tann
Modulation der Stimme und ihre Wirkung im therapeutischen Kontext
WS 5 – Heidrun Waidelich
Leibliche Interventionen bei Phänomenen des Burnout

13.30 - 15.30 Uhr Mittagspause

15.30 - 18.00 Uhr Workshops 6 – 10
WS 6 – Atossa Faghir Afghani
Die Entdeckung der Weiblichkeit über traditionelle Tänze aus Persien
WS 7 – Anne Fallis
TraumapatientInnen in der Tanztherapie
WS 8 – Roswitha Klee-Emmerich
Tanztherapie in der Akutpsychiatrie
WS 9 – Dr. Elke Willke
Der sichere Stand – ein Thema mit weitreichenden Implikationen
WS 10 – Wolf-Werner Wolf
Die Bartenieff-Fundamentals und ihre Bedeutung für die tanztherapeutische Intervention

18.30 - 20.00 Uhr Mitgliederversammlung

Workshops

WS 1: Tanztherapie mit depressiven Menschen in Psychosomatik und Psychiatrie: Abhängigkeit versus Autonomie in der Gestaltung von Beziehungen

Im Rahmen meiner Arbeit mit depressiven Menschen in der Klinik mache ich häufig die Erfahrung, dass sowohl ein Selbstwertkonflikt wie auch der intra- und interpersonale Konflikt „Autonomie versus Abhängigkeit“ der Depression zugrunde liegen. Den meisten PatientInnen scheint es schwer zu fallen, den Blick auf sich, ihre Selbstwahrnehmung, ihre Gefühle und ihre Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche zu richten und sich damit ihren PartnerInnen und ihrer Familie zuzumuten. Der Workshop zeigt, mit welchen tanztherapeutischen Methoden und Techniken dieses Thema der Beziehungsgestaltung mit mir selbst und der Beziehungsgestaltung mit Mitmenschen bei depressiven PatientInnen bearbeitet werden kann. Dabei stelle ich einen Ausschnitt bewährter Übungen vor.

WS 2: Tanztherapie mit Kindern und Jugendlichen

In der tanztherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind Kontaktaufnahme und Vertrauensaufbau entscheidend für den Verlauf der Therapie. Tanz, Bewegung und Spiel erleichtern den Zugang zu den Heranwachsenden und unterstützen im Prozess der Problembewältigung, Nachreifung und Identitätsfindung. In diesem Workshop möchte ich übungs- und erlebniszentrierte Methoden der Tanztherapie vorstellen, die den spezifischen Anforderungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gerecht werden. Die Wirkung von Bewegungsangeboten selbst erfahren und das reflektierende Gespräch wird im Focus unserer Arbeit stehen.

WS 3: Tanztherapie mit Menschen mit einer geistigen Behinderung

In diesem Workshop möchte ich Möglichkeiten und Methoden der tanztherapeutischen Arbeit mit geistig behinderten Menschen vorstellen. Folgende Themen werden wir gemeinsam erkunden: Wie erleben Menschen mit einer geistigen Behinderung eine tanztherapeutische Gruppe? Was macht ihnen Spaß? Was fördert sie? Wie gehen sie mit Rhythmus und Bewegung um? Welchen Einfluss hat diese Bewegungsarbeit auf die verbale Kommunikation?

WS 4: Modulation der Stimme und ihre Wirkung im therapeutischen Kontext

Wir üben die Übereinstimmung von physischem und vokalem Gestus. Wir erweitern die Ausdruckspalette in gezielten Partnerübungen. Wir beobachten körperliche Resonanz auf unterschiedliche Stimmregister und die Möglichkeit, Stimmungen hervorzurufen bzw. zu unterstützen.

WS 5: Leibliche Interventionen bei Phänomenen des Burnout

Ausgehend von möglichen Ursachen, die zu einem Burnout führen können, wie z.B. Handeln aus einem Zustand des Rückzuges, aus Willensanstrengung ohne ausreichend leibliche Unterstützung oder ohne Verbindung zu dem Geschehen werden Übungssituationen angeregt und erläutert, die alternative Möglichkeiten eröffnen. Das Aufrufen leiblicher Ressourcen, die helfen, ein selbstschützendes Raumgefühl aufzubauen und ein Ressourcen adäquates Umgehen mit der Außenwelt unterstützen, sowie die Stabilisierung gegen die belastende Umgebung sind wesentliche Schritte im Therapieprozess, die im Workshop erfahrbar gemacht werden. Wie über Bewegung und Tanz nährende Kontakte des Aufnehmens und Gebens gelingen können, wird ein weiterer Inhalt des Workshops sein.

WS 6: Die Entdeckung der Weiblichkeit über traditionelle Tänze aus Persien

In diesem Workshop tauchen wir in die traditionellen Tänze aus meiner Heimat Persien ein. Diese Tänze verbinden uns mit unserer Urkraft des Weiblichen und helfen uns zu unserer Mitte zu gelangen. Wir begeben uns auf eine Entdeckungsreise, welche unsere Wahrnehmung hinsichtlich des weiblichen Wesens in uns wachruft und stärkt. Die in diesem Workshop vorgestellten Tänze zeigen modellhaft, wie in der therapeutischen Arbeit mit Frauen das Thema der Weiblichkeit ins Zentrum gerückt werden kann und zur Entdeckung der damit verbundenen Lebensfreude beitragen kann.

WS 7: TraumapatientInnen in der Tanztherapie

Bei der Behandlung traumatisierter PatientInnen sollten immer alle drei Ebenen der Person beteiligt sein: Gefühle/Emotionen, Verhalten/Körper und das Denken. Unter diesem Aspekt ist die Integrative Tanztherapie in der Arbeit mit Menschen, die an Traumafolgestörungen leiden, eine äußerst hilfreiche und die etablierten therapeutischen Verfahren äußerst sinnvoll ergänzende Interventionsform.

Dabei können die Methoden und Techniken der Integrativen Tanztherapie sowohl zur Diagnostik als auch und besonders zur Behandlung von Traumafolgestörungen genutzt werden. Folgende Themen werden besonders fokussiert:  Körperspannung, Ausdruck und Modulation von Emotionen, Arbeiten mit dem "Traumanarrativ" und das konkrete Durcharbeiten und Bewältigen der traumatischen Erfahrungen.

WS 8: Tanztherapie in der Akutpsychiatrie

Leiberfahrung in Raum- und Rhythmusstrukturen an sich selbst und mit anderen erweitert die Wahrnehmungs- und Erlebensfähigkeit des Patienten. Dieser grundlegende, strukturbildende Vorgang in der Kontaktgestaltung unterstützt den Prozess der psychischen Stabilisierung und bietet eine Voraussetzung zur vertiefenden Auseinandersetzung in der Psychotherapie. Im Workshop werden wir zu der in der Psychiatrie notwendig kleinschrittigen Vorgehensweise der Strukturbildung explorieren - dies im Kontext psychiatrischer Krankheitsbilder.

WS 9: Der sichere Stand – ein Thema mit weitreichenden Implikationen

In diesem Workshop wird das Thema des „sicheren Standes“ praktisch und theoretisch ausgelotet. Durch unterschiedliche tanztherapeutische Zugänge mit beispielhaften Aufgabenfolgen möchte ich die vielen Perspektiven aufzeigen, die ein solches Thema in sich birgt. Die Auseinandersetzung mit dem sicheren Stand lässt für jeden Menschen, aber auch insbesondere für PatientInnen Fragen anklingen, um die zahlreiche weitere Themen  kreisen wie beispielsweise meine Selbstsicherheit und mein Selbstvertrauen, meine Gestaltungsfähigkeit und Wirkmöglichkeiten, meine Flexibilität u.v.m.

WS 10: Die Bartenieff-Fundamentals und ihre Bedeutung für die tanztherapeutische Intervention

Die „Innere Körperverbundenheit“ ist eines der zentralen Themen Irmgard Bartenieffs.

In diesem Workshop werden wir die tieferen Muskelketten aufspüren, aktivieren und für die Innere Körperverbundenheit nutzbar machen. Diese Erfahrung führt uns zwangsläufig zu dem Thema Stabilität/Mobilität, mit dem wir ebenfalls umgehen werden. Stabilität und Mobilität wird oft als Gegensatzpaar verstanden, steht aber in einem physiologisch engen Zusammenhang und setzt die Erfahrung der Inneren Körperverbundenheit voraus. Ich werde darüber hinaus auf die psychologische Relevanz der einzelnen Phasen hinweisen.

 

ReferentInnen

Atossa Faghir Afghani
Leiterin für therapeutischen Tanz DGT, Tänzerin.

Anne Fallis
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in eigener Praxis in Potsdam, anerkannte Tanztherapeutin DGT, seit Jahren in der Fort- und Weiterbildung sowie als Supervisorin bei der DGT und in der Weiterbildung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie.

Ingrun Kiel
Ethnologin und Archäologin, Integrative Tanztherapeutin (DGT), langjährige Erfahrung mit Menschen aus der psychosomatischen und psychiatrischen Klinik, Psychotherapeutin (HPG), Janus-Klinik (psychiatrische Privatklinik) Hürth, private Praxis, Dozentin für HeilpädagogInnen bei der iwk (Tanz-, Spiel, Verhaltenstherapie).

Roswitha Klee-Emmerich
Leiterin für therapeutischen Tanz DGT; Thymopraktische Leibtherapie FPI; Psychotherapie HPG; langjährige klinische Tätigkeit; Studierende der Kulturwissenschaften.

Irina Ocaña
Diplom-Sozialpädagogin, Integrative Tanztherapeutin (DGT) i. A. Seit 15 Jahren Arbeit mit geistig behinderten Menschen in der Lebenshilfe in Berlin. Als Leiterin für therapeutischen Tanz viele Jahre Erfahrung mit Frauen aus verschiedenen Kulturen, lernbehinderten Menschen, Kindern und Jugendlichen.

Ute Oessenich-Lücke
Integrative Tanztherapeutin (DGT/FPI), Diplom-Sozialpädagogin, Psychotherapie HPG, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, arbeitet in einer Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und in privater Praxis.

Sabine von der Tann
Studium von Rhythmisch-musikalischer Erziehung und Gesang an der Folkwang Hochschule Essen-Werden. Master of Arts in Tanztherapie, USA. Tanztherapie, DGT. Zertifiziert als Senior Teacher in Action Theater®. Langjährige künstlerische Soloprogramme, Einzelarbeit in Sprachtraining und Körperarbeit.

Heidrun Waidelich
Lehrtherapeutin für Integrative Bewegungs- / Tanztherapie FPI/DGT, C.M.A.-Laban Zertifikat New York, Tanztherapie-Ausbildung bei Trudi Schoop 1974-1990, Seit 1979 im Leitungsteam des Zentrums für Tanz, Therapie und Gestaltung e.V. in Tübingen, Psychotherapie HP,  seit 2000 Dozentin für Körperdisposition am Institut für Musiktheater der Musikhochschule Karlsruhe, Mitbegründerin der Deutschen Gesellschaft für Tanztherapie.

Dr. Elke Willke
Dipl.-Psychologin, Dipl. Sportlehrerin, approbierte Psychotherapeutin, Tanztherapeutin DGT. Zusätzlich zu den beiden Studien Ausbildung in modernem künstlerischen Tanz, Fortbildung in Tanztherapie in USA, in Gestalttherapie am Gestalt-Institut San Francisco. Weiterbildung in Integrativer Gestaltpsychotherapie am Fritz Perls Institut. Lehrtherapeutin für Psychotherapie und Tanztherapie am FPI. Gründungsmitglied der DGT. Geschäftsführerin der DGT. Lehrtrainerin für die DGT seit 1979. Seit 1983 Praxis für Tanz- und Psychotherapie in Pulheim/Köln, alle Kassen und Tanztherapie.

Wolf-Werner Wolf
Tänzer, Choreograph, Lehrer, Tanztherapeut (DGT), Laban/Bartenieff-Bewegungsanalytiker.

Tagungsadresse

Deutsche Sporthochschule Köln
Am Sportpark Müngersdorf 6
50933 Köln

Anmeldung und Kosten

Anmelden zur Fachtagung

DGT-Geschäftsstelle
Königsberger Str. 60
50259 Pulheim
Tel./Fax: 02234/83008
Montag u. Mittwoch 10.00 - 13.00 Uhr

Die Tagungsgebühr beträgt für Mitglieder der DGT 80 €, für Nichtmitglieder 110 €. Die Gebühr überweisen Sie bitte auf das Konto der DGT mit Vermerk „Fachtagung 2012“: KSK Köln Konto 0156 00 1584    BLZ 370 502 99

Rücktrittsbedingungen

Für Ihre Anmeldung gelten folgende Rücktrittsbedingungen: Bei Rücktritt vor dem 13. August erstatten wir Ihnen den Tagungsbeitrag abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von € 25,00. Bei Rücktritt nach dem 13. August 2012 bis 4 Wochen vor Tagungsbeginn werden Ihnen 50 % der Gebühren erstattet. Bei Rücktritt innerhalb 4 Wochen vor Beginn kann die Erstattung nur erfolgen, wenn eine Ersatzperson von Ihnen oder durch die DGT gefunden werden kann. Hierbei entsteht eine Bearbeitungsgebühr von 25,00 Euro. Wir bitten Sie, einen kurzfristigen Rücktritt auf jeden Fall mitzuteilen, damit das Büro eventuelle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf der Warteliste stehen, berücksichtigen kann.

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